31 Juli 2009

Gartensport und Reiselust


Wer einen Garten hat braucht weder Fitnessstudio noch Urlaub.
Dr.Fritz Neuhauser


Mein Garten und der Sport...

Vorhin liefen drei Frauen schwatzend und schwitzend an meiner hohen Hainbuchenhecke entlang, während ich mit Hecken- und Handschere bewaffnet dabei war diese in eine umgänglichere, sprich, schmälere und etwas niedrigere Form zu bringen. Die Frauen waren auch bewaffnet, aber nicht mit diversen Scheren, sondern mit „Stecken“,wie ich es nenne, in Neudeutsch: Nordic Walking (Gehhilfen?) Leider ist mir der Begriff für die „Stecken“ nicht geläufig. Ich nickte der sportlichen Riege freundlich( frech...?) lächelnd zu und dachte in dem Moment an zwei Dinge: Zum einen an ein Rätsel der Sphinx, das mir beim allerersten etwas zwiespältigen Zuschauen dieser Bewegungsart einfiel und das nur Ödipus richtig lösen konnte,zum anderen an „meinem Sport“, der sich aus den vielfältigsten Gartenarbeiten zusammensetzt, und zumindest bislang zum größten Teil, abgesehen von einer Hand voll altüberlieferten Ritualen, für meine Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer verantwortlich ist. Ein aufmerksamer Leser wird jetzt bemerken, dass ich eher geneigt bin „Sport“ als körperliche Arbeit anzusehen, die sich Dank ihrer unterschiedlichen Art sinnvoll, intensiv und befriedigend auf Körper und Seele auswirken kann. Ich denke da an meine frisch geschnittene Hecke, die fein in Form gebrachte Buchsbäume, welche auch noch die ganz kreative Ader in den Armen und Händen herausfordern oder an das vom „Unkraut“ befreite Buschbohnenbeet das von Kürbisranken umarmt war.
Ebenso an einen mannshohen Haufen der Samenstände des Gelben Mohns und der Akeleien, die ich mit unbändiger Kraft, gewürzt mit etwas Wut, wenn sich diese zu widerspenstig gebärdeten, mit den Händen ausgerissen oder sorgfältig überm Erdboden abgeschnitten habe.
Vielleicht bleiben mir die süßen Wonnen, die absolut schweißnasse Befriedigung einer Joggingrunde durch die Wälder, die Leichtigkeit des Gehens mit 2 Sportgeräten in den Händen und noch so einige andere absolut "Fitness" verheißende Köstlichkeiten für immer unzugänglich, weil ich durch meine verhexte Gartenleidenschaft nicht den geringsten Wunsch danach verspüre. So hat dann jeder was er braucht, was ihm hilft und was Freude macht. Ich den Garten als Fitnessstudio das duftet, blüht und gut schmecken kann und Andere die Hanteln, die Skier und die Rennräder...

Mein Garten und der Urlaub...
Gerade war ich mal einige Tage verreist und schon schlagen die wilden Bewohner meiner Gartenwelt arg über die Stränge. Was ich dann tue habe ich gerade im sportlichen Teil der Ausgabe beschrieben. Sozusagen mache ich meine eingerosteten Knochen nach einem Urlaub vom Garten im Garten wieder gängig. Nein, das ist nun nicht ganz ernst gemeint, aber ein wenig stimmt es schon, dass ein Garten in Abwesenheit des Gärtners schon mal macht was er will, ungebremst wächst und blüht und sogar innige Umarmungen sind dann nicht gerade selten zu beobachten, kaum dass der heimgekehrte Gärtner mit offenen Augen durch den Garten läuft. Bei mir waren es die Winden und die Kürbisse die sich schrecklich benahmen.
Aber deswegen auf das Reisen verzichten? Nein, das wäre schade, denn dann würden mir zwei ganz wesentliche Erfahrungen fehlen. Einerseits das spannende Abenteuer, welches eine Reise mit sich bringt, neue Eindrücke und Begegnungen.Eine große Stadt kennen zu lernen bedeutet für mich nicht nur das kulturelle Angebot zu genießen sondern auch die Parks und die Gärten anzuschauen, denn sie sind mir die gesprächigsten Zeugen der Vergangenheit und der Gegenwart.
Dann aber, und dies ist genau so spannend wie die vorangegangene Reise, das Wiedersehen mit dem innigstvertrauten Garten, der sich in dieser Zeit genau so weiter entwickelt und verwandelt haben mag wie ich selbst.
Diese Auszeit empfinde ich als Erneuerungsprozess für mein Verhältniss zum Garten. Ja, es ist ähnlich wie bei einer Beziehung, die alleine gelassen neue Sehnsucht schürt.

Als Resümee für den Eingangs zitierten Ausspruch: „Wer einen Garten hat braucht weder Fitnessstudio noch Urlaub“, möchte ich für mich ganz klar bekennen: „Weil ich einen Garten habe brauche ich kein Fitnessstudio aber ich brauche das Abenteuer des Reisens, die Entdeckung des Unbekannten, als Inspiration für mein geerdetes sportliches Dasein im Garten selbst.“


Da kommt mir noch so ein Zitat in den Sinn über das es sich lohnt ganz individuell darüber nachzusinnen. Es wird Marcus Tullius Cicero zugeschrieben, der mich mit seinen fein ausgefeilten, begnadeten Reden vor dem römischen Gerichtshof, die ja zum großen Teil nachzulesen sind, immer mehr in seinen Bann zieht. „Wenn du ein Gärtchen hast und eine Bibliothek wird dir nichts fehlen“, ich muss lächeln, da ich mir sehr gut seine Lebenssituation vorzustellen vermag die ihn wohl zu dieser Aussage bewogen hat.
Aber immerhin: Ein Gärtchen und eine Bibliothek... das ist doch schon ein gewichtiges Stückchen aus der ganzen Vielfalt die Leben heißt.

Liebe Freitagabendgrüße
a presto
m
PS. Ich mag Rätsel! Nicht nur das der Sphinx sondern gerne auch lustige Gartenrätsel: Welche Pflanze blüht auf dem Foto?

12 Juli 2009

Wohin?



Reisen ist besonders schön, wenn man nicht weiß, wohin es geht. Aber am allerschönsten ist es, wenn man nicht mehr weiß, woher man kommt.
Lao-Tse

a presto
m

10 Juli 2009

Neues Sommerupdate online!

Liebe Gartenfreunde

"Das Gartenjahr schreitet voran, oder sollte ich eher sagen es rennt?"
So beginnt mein „Anschreiben" zum Sommerupdate 2009.Vielleicht können sie meinen subjektiven Eindruck von diesem Sommer nicht teilen.
Jedenfalls bin ich überzeugt, dass wir Gartenmenschen uns mit allen Widrigkeiten, sei es das momentane kühle, herbstlich anmutende Wetter, den kränkelnden Rosen oder vom Regen zerschlagene Petunien auf unsere ganz eigene wundervolle, gelassenen Weise arrangieren können.
Für heute wünsche ich ihnen viel Spaß mit den vielen neuen Fotos aus dem Garten für Elise 2009 und wünsche mir, dass sie sich von den Gartentipps oder den Sommerrezepten zu kreativen Taten anstecken lassen.Warum nicht mal ein Bett auf der Wiese? ( aber bitte mit warmer Zudecke für kühlere Momente...)

Hoffentlich besinnt sich der Juli endlich, eine Liaison mit dem August einzugehen mit der Übereinkunft ausschließlich die Sonne zu den heißen Rhythmen einzuladen.

Wir werden sehen welche Überraschungen in den Ferientagen noch auf uns warten, das Wetter ist halt mal so zu nehmen wie es kommt.

An dieser Stelle möchte ich wieder einmal meinem viel beschäftigten Sohn Johannes meinen allerherzlichsten Dank aussprechen, dafür, dass er trotz seiner knapp bemessenen freien Zeit solch umfangreiche Updates möglich macht. Es ist schön, wenn einer die Kreativität sowohl für die Gestaltung einer HP, und allem anderen was in den Jahren mit dem Garten für Elise so entstanden ist, als auch für das ausgewählte Studienfach anzubringen weiß. Danke!

Liebe Grüße mit der Einladung im Sommerupdate zu schmökern...
Margit

04 Juli 2009

Wunschvergessen...

Ja, man muß seinen Traum finden, dann wird der Weg leicht. Aber es gibt keinen immerwährenden Traum, jeden löst ein neuer ab, und keinen darf man festhalten wollen.
Hermann Hesse
aus: Demian



Träume hat man einige im Leben, genau wie Wünsche die ja auch „Wunschträume“ heißen können. Manchmal wünscht oder erträumt man sich etwas von ganzem Herzen. Man ist eingespielt auf diesen Wunsch der in den Gedanken ein dickes Konto eröffnet hat.
Mir erging es vor einigen Tagen folgendermaßen: Ich antwortete einem Freund auf die Frage: "Bist du nun zufrieden, dass sich endlich dein Wunsch erfüllt?“ „Ich weiß nicht, nein, ich glaube die Zeit hat meinen Wunsch überholt":“ Darauf er: Blödsinn, die Zeit tut gar nichts. Deine Wünsche haben sich verändert!“
Ich überlege nun ein bisschen ob nicht wirklich die relativ lange Wunsch-Zeit für meinen Sinneswandel verantwortlich war oder ob sich „im Laufe der Zeit“ meine Wünsche eben ändern. Oder ob ich mich zu sehr auf etwas verfestige, bis ich dann merke: Es ist mir gar nicht wirklich wichtig. Oder ist es die Kraft und Ausdauer die so eine Wunscherfüllung fordert, und langsam, also „mit der Zeit“ verpufft, gemeinsam mit der nüchternen Erkenntnis, dass der Aufwand nicht im angemessenen Verhältnis zur Entschädigung steht. Ein Input-Output Denken das sich ganz ungeschminkt den Tatsachen stellt.
Jedenfalls kann es auch vorkommen, dass man im Laufe seines Lebens wirklich große Wunschträume, kaum dass sie in Erfüllung gegangen sind, gar nicht mehr finden kann in seinem Innersten. Sie haben sich irgendwann leise, fast unbemerkt verabschiedet und hinterlassen die Aufgabe mit dieser so ersehnten Erfüllung zu leben mit der man letztendlich auch nicht ganz glücklich ist.

Ich bin jedenfalls nachdenklich.

Wenn sich die Wünsche verändern, wie mein Freund meinte ist das nicht weiter schlimm, denn es gibt ja, wie es Hesse über den Traum sagt, keinen immerwährenden Traum, jeden löst ein neuer ab... und so wird es auch mit den Wünschen sein jeden löst ein neuer ab und keinen darf man festhalten wollen.

So gesehen ist es besser die Wünsche und Träume ändern sich mit uns, als dass sie uns verloren gehen.
Oh, je da gibts noch viel zu überlegen!

Neben meiner Tastatur liegt meine wunderschöne Katze und schnurrt. Sie blinzelt mir zu was heißt: Schluss mit dem wirren Getippe...

Also gut!( Sie hat ja recht..)
Obwohl ich eigentlich noch über etwas gänzlich Anderes schreiben wollte...

Ich wünsche euch einen wundervollen Sommerabend genau so wie ihr ihn euch wünscht.

a presto
m