19 November 2007

Steinsuppe…???

Heute Abend hab ich mal wieder eine Suppe gekocht. Ich dachte: Nach all den Herbstmenüs nach Piltzpasteten und Kürbisstrudel ist eine richtig einfache Gemüsesuppe mal genau das, worauf ich so richtig Lust hätte.

Und ich holte schon mal den Sellerie, bevor es dunkel wurde, aus dem Gartenhäuschen, damit die Suppe so richtig würzig würde…

Da, gerade als ich noch gemütlich mit einem kleinen Büchlein am warmen Ofen saß läutete, nein was sage ich, klopfte es laut an die Tür….“Wer da?“ frage ich…


Es ist Nacht.
Es herrscht Winter
Ein alter Wolf nähert sich dem Dorf. Der Wolf klopft an die Tür, poch, poch, poch,

Wer da? fragte ich
Der Wolf antwortete: „Der Wolf“
Ich erschreckte: „Der Wolf?“
„Hab keine Angst, Margit, ich habe nur noch einen einzigen Zahn. Lass mich herein, damit ich mich an deinem Kamin aufwärmen und mir eine Steinsuppe kochen kann:“ Ich zögerte: Denn ich hatte immerhin ein bisschen Angst, aber ich war auch neugierig:
Ich hatte den Wolf ja noch nie mit eigenen Augen gesehen, ich kannte ihn ja nur aus den Geschichten.
Und außerdem, so dachte ich bei mir, wolltest du ja auch eine Suppe kochen. diese Steinsuppe würde ich doch gerne probieren.
Also öffnete ich die Tür…

Der Wolf trat ein, seufzt und bittet mich: „Bring mir einen Kessel, Weib.“
„ Einen Kessel?“ rufe ich erschrocken.
„Hör mal zu, meine Süße, um Steinsuppe zu machen, braucht man nun mal einen Kessel:“
„Das wusste ich nicht“ gestehe ich. „Ich hab noch nie welche probiert.“
Und so sagte mir der Wolf das Rezept:
„In einen Kessel gibt man einen großen Stein, tut Wasser hinein und wartet, bis es kocht.“
„Ist das alles?“ fragte ich ihn. „Ja, das ist alles.“
„Also ich tue ja in meine Suppen immer ein bisschen Sellerie“, sagte ich
„Das kann man, das gibt einen gewissen Geschmack“, antwortete mir der Wolf. Und er holte einen dicken Stein aus einem Sack…


Nun, werden sie sich vielleicht fragen, und wie um Himmels Willen ging die Geschichte dann weiter? Und wie ging sie aus?

Nun, ich lebe noch, denn sonst könnte ich ja nicht, satt von der Steinsuppe, hier am PC sitzen und all das aufschreiben.

Aber wenn sie es gaaaaanz genau wissen möchten dann lesen sie doch eines der wundervollsten Bilderbücher das ich kenne, eines, dass klirrenden Humor, ein inneres Lächeln und gute Laune verbreitet. Eines das sie ganz einfach genießen sollten, so wie ich vorhin diese köstliche Steinsuppe auch genossen habe.... Und das sie, zu guter Letzt überlegen lässt wohin der Koch, nach diesem Genuss der Steinsuppe wohl gewandert ist…

Illustriert mit warmen Farben und treffender Mimik. Erzählt mit fantastischem Sprachgefühl:
Ein außergewöhnliches Erlebnis, diese Begegnung mit dem Wolf..


Steinsuppe
Anais Vaugelade

Erschienen bei Beltz& Gelberg…

PS: Toll, dass ich nicht mehr raus musste in die Kälte um den Sellerie zu holen... So kann ich nun ein weiteres Abenteuer mit einem Schaf erleben...ein Schaf fürs Leben..alo ab auf den Schlitten...( oh, je Margit was soll das noch werden?)
ein ganz lieber Abendgruß in alle 4 Himmelsrichtungen...
a presto
m

10 November 2007

Freiheit und Liebe


Eines meiner „stark nachwirkenden“ Bücher möchte ich empfehlen weil es mich sehr angerührt hat während ich meinen Feuerkater streichelte der sich wohlig in meinen Schoß gekuschelt hatte.

…„ Dies ist die Geschichte von Pfaff. Pfaff ist ein Kater, und ich habe ihm gelobt, diese Geschichte zu schreiben. Ich weiß nicht, ob Pfaff wirklich daran gelegen ist, irgendwo dort oben im Katzenhimmel, wo seine Seele auf einer weichen Wolke sitzt und den langen Schweif langsam hin und herpendeln lässt.
Aber meiner Liebe ist daran gelegen, jener Liebe, die ich von Pfaff - für Pfaff- erhalten habe und die mich wie alle Liebe, reicher und weiser gemacht hat…“


Ein unsagbar atmosphärisches Büchlein, eines das das Herz schwer werden lässt vor lauter Liebe und die Seele berührt.

Pfaff, Der Kater
oder
Wenn wir lieben.


Geschrieben hat diese Geschichte Hartmut von Hentig. Wunderschön illustriert mit Zeichnungen von Aljoscha Blau
Erschienen ist das Herzensgeschenk bei sanssouci

Ich glaube mein Katerchen hat bemerkt was in mir vorgeht er hat nämlich ganz liebevoll geschnurrt…

a presto
zusammen mit einem gemütlich warmen Ofenfeuergruß
m
a p
m

Buchstabenspielereien

Eigentlich sollte ich schleunigst an meinem neuen Update weiter arbeiten, aber für ein genüssliches Stündchen hab ich mich auch heute wieder mal ablenken lassen. Die Möglichkeiten dies zu tun sind einfach zu verlockend.
Vorhin habe ich ein Weilchen überlegt wie viele Buchstaben die sich zu Wörtern zusammen gefunden haben im letzten Potter-Band versammelt sind. Ich habe diese Frage meinem Sohn als Rechenaufgabe zugeworfen. Er knobelt zur Zeit noch daran herum...

Dann dachte ich an die vielen Buchstaben ich selbst schon zu Wörtern und Satzgefügen, zu Texten zusammen gewürfelt habe und ich überlegte ich ob sich diese Buchstaben wie durch Zauberhand zusammen finden oder ob sie sich, kaum dass man das Buch oder den Laptop zu geschlagen hat plötzlich bewegen wie kleine Wichtel um neue Wörter und Satzgebilde zu gebären. Dann wäre, falls man dieses Buch oder die Datei ganz schnell öffnen würde, was uns nur noch nie gelungen ist, eine vollkommen andere Geschichte darin zu lesen.
Komische Gedanken hast du, Margit, ob das wohl an den unzähligen Buchstaben liegt die du in den letzten Tagen verschlungen hast.

Nein, das kann nicht der Grund sein, denn diese Bücher sind ja mal gerade die „Antipasti“ oder der „Appetitmacher“ für die nächsten Wortwelten die auf mich warten, beruhige ich mich.
a presto
m

07 November 2007

...alles Leben wird gelebt...


Und wenn ich abends immer weiterginge
aus meinem Garten, drin ich müde bin, -
ich weiß: dann führen alle Wege hin
zum Arsenal der ungelebten Dinge.
Dort ist kein Baum, als legte sich das Land,
und wie um ein Gefängnis hängt die Wand
ganz fensterlos in siebenfachem Ringe.
Und ihre Tore mit den Eisenspangen,
die denen wehren, welche hinverlangen,
und ihre Gitter sind von Menschenhand.

Und doch, obwohl ein jeder von sich strebt
wie aus dem Kerker, der ihn haßt und hält, -
es ist ein großes Wunder in der Welt:
ich fühle: alles Leben wird gelebt.

Wer lebt es denn? Sind das die Dinge, die
wie eine ungespielte Melodie
im Abend wie in einer Harfe stehn?
Sind das die Winde, die von Wassern wehn,
sind das die Zweige, die sich Zeichen geben,
sind das die Blumen, die die Düfte weben,
sind das die langen alternden Alleen?
Sind das die warmen Tiere, welche gehn,
sind das die Vögel, die sich fremd erheben?


Aus: Das Stundenbuch
Das Buch von der Pilgerschaft
Rainer Maria Rilke


Novembertag
Ofenfeuer
Abendstunden für Gedichte... Stundenbuch...

warmherzige Grüße
a presto
m
a p
m

02 November 2007

Wirklichkeiten...



Schnurpsenzoologie


Im Urwald, Forschern unbekannt,
lebt fröhlich der Kamelelefant.

Durch Wüstensand trabt mit Gewackel
Ein seltenes Tier der Dromedackel.

Im bunten Federkleid ganz leis
Meckert im Stall die Papageis.

Mit viel Gequiek und viel Gewerkel
Fliegt auf den Baum das Maikäferkel.

Es piekt im Bett mal dort, mal da
Gestreift und platt das Wanzebra.

Im Vogelkäfig riesengroß
Singt das Kanarhinozeros.

Man zählt erstaunt der Beine sechse
( trotz Schwanz!) bei jeder Ameidechse.

Durchs Wasser schwimmt mit buntem Fittich
Laut zwitschernd der Forellensittich.

Besonders schmerzensreiche Bisse
Verursacht diie Nashornisse.

Wohl weil er nackt ist, braucht der solch
Ein Flügelpaar, der Fledermolch.

Ein Tier mit Haus, das kriecht, nennst du,
wenn’s plötzlich hüpft. Schneckänguruh.

Es wiehert süß mit offenem Maul
Bei Mondenschein der Nachtigaul.

Mit Hörnern traben duch die Tropen
Die Feuersalamantilopen.

Zum Kämmen brauchst du einen Striegel
Und Heldenmut beim Krokodigel.

Sehr scheu, und ganz und gar kein Krieger,
Lebt im Gebirg der Murmeltieger.

Durchs Fenster ohne aufzustehn,
kann der Giraffenpinscher sehn.

Es schlängelt sich im Maul ein Körnchen,
den Baum hinauf das Blindschleichhörnchen.

Du meinst, es gibt kein einz`ges Tier
Von allen die ich nannte hier?
Sei doch so gut und mal sie mir,
dann gibt es sie –auf dem Papier.
Michael Ende

Dieses lustige Gedicht fand ich, als ich ein altes Kinderbuch betrachten wollte.Es wirkte wie ein kitzelnder Lichtstrahl in der Nase der mich irgendwie aus dem magischen Zauber der Hogwartsgemeinde "dissaperieren" ließ.Ich bin also zurück! Bin auf meine feuchtekühle Herbstwiese gefallen, genau vor das Rosenbeet, wo mich der Duft der letzten weißen Blütenkelche weckte...es hätten aber auch die Dornen sein können: Gut gezielt, dachte ich bei mir und war ein bisschen stolz doch so einiges gelernt zu haben...Beim nächsten mal versuche ich den Portschlüssel...
Nach 3 Tagen mit Hagrid und Lupin, den ich sehr mochte, mit Hermine der genialsten Zauberin und Ron und natürlich mit Harry, der mich ein bisschen kirre machte wegen seiner Unentschlossenheit. Ich fand es immer spannend mit dem dunklen schwarzäugigen Snape der mich eigentlich nicht überraschte,und mit Dumbeldore der mir eine kleine Lektion zum Thema "Vertrauen" gegeben hat.Es war schön mit euch und bestimmt werden mir die Einblicke in die Zauberwelt bald fehlen.
Eine Geschichte wurde lebendig, das Buch war das Medium, ein Tor in eine andere Welt für die Zeit in der ich darin lebte und mitkämpfte.
Sind die Bücherwelten nicht die Wirklichkeit und das was wir unsere reale Welt nennen die Fantasie?
Manchmal purzle ich auch aus einem Buch, bin leicht enttäuscht von der sogenannten Realität und würde dann am liebsten gleich wieder zurückschlüpfen durch das Tor in die ander Wirklichkeit die ich dahinter entdeckt habe. Diese gehören zu meinen allerliebsten Zeitreisen.

Heute abend sollte ich aber noch dableiben... mal wieder ein gutes Abendmenüe kochen, mit den "Murmeltiger" spielen und mit meinen Söhnen erzählen... hautnah oder "fernmündlich"... um dann in der Nacht die nächste Reise ins Unbekannte anzutreten, die schon mit dunkelrotem Einband auf mich wartet...

nun aber ein Butterbier... Reisen macht durstig!
a presto
m
a p
m