27 Januar 2007

Veränderung...


Liebe Tagebuchleser
"Nichts ist so beständig wie die Veränderung"... Das hat mir auch mein Birnbaum wieder einmal mehr sehr eindrücklich nahe gebracht.
Auch viele andere Dinge verändern sich im Moment.Entscheidungen werden getroffen und Weichen neu eingestellt.
Bitte haben sie noch etwas Geduld, wenn sie nach den aktuellen Terminen der Gartentage 2007 suchen. Hinter den Kulissen dieser Seiten, dieses Tagebuchs entwickeln sich die Visionen zu Wirklichkeiten. Wie schon Anfang des Jahres angedeutet arbeite ich an des "Gartens neuen Kleidern" die ich ihnen gerne schon bald in einem neuen Update beschreiben möchte.
Herzlichste Grüße
a presto
m
a p
m

KLage um einen alten Baum...


Den Bäumen zuhören und mit ihnen sprechen…
In meinem Garten stand ein uralter Birnbaum den ich sehr liebte.
Immer wenn meine Gartengäste der vergangenen vier Jahre beunruhigt in seine abgestorbenen Wipfel schauten sagten sie: „Der Baum ist gefährlich, er wird bald einstürzen und alles kaputtschlagen“ Und immer lächelte ich und versicherte: „Nein, das glaube ich nicht. Ich werde ihn nicht anrühren“
Nun hat ihn der Sturm gefällt.
Während ich meinen Zwetschgenbaum half die Böen zu überstehen legte sich dieser Baum wie ein uralter weißer Mann auf meine Wiese.Liebevoll. Er berührte nichts! Er lag da, würdevoll, unglaublich schön, jedes kleinste Astwerk mit grauen Flechten überzogen und die dickeren Astarme gekleidet in samtgrünen Moosen. Die Rinde in jedem kleinsten Teilchen eine eigene Welt. Ein Magier, ein Zauberer dessen ungeheure Ausstrahlung nachdrücklich auf mich wirkte.
Ich streichelte ihn, umarmte seinen dicken Stamm und dankte ihm dafür, dass er mir solange zugehört hat. Ich dankte für die köstlichen Birnen die ermir und meinen Vorfahren gab, damals als er noch jünger war. Und ich dankte ihm für seien besonderen Schutz, für sein immerwährendes Verständnis das er für mich und meine Gartenliebe hatte. Ich habe ihm vertraut und er hat mich verstanden.
Die letzten Tage hatte ich eine Trauer in mir. Trauer um einen alten Baum dessen beruhigende Kraft ich vermisse. Aber ich bin auch froh, denn er ist im Sturm gefallen, langsam, seines langen Lebens würdig und dadurch unsterblich..
Mir bleibt sein Holz aus dem Neues entstehen soll und mir bleibt die Erinnerung an etwas ganz Großes.

"Klage um einen alten Baum" heißt auch eine andere Geschichte in Hesses: Bäume(erschienen als insel taschenbuch)

ein lieber Birnbaumerinnerungsabendgruß
a presto
m

Bäume...

Bäume sind für mich immer die eindringlichsten Prediger gewesen. Ich verstehe sie, wenn sie in Völkern leben, in Wäldern und Hainen. Und noch mehr verstehe ich sie, wenn sie einzeln stehen. Sie sind wie Einsame. Nicht wie Einsiedler, welche aus irgendeiner Schwäche sich davongestohlen haben, sondern wie große, vereinsamte Menschen, wie Beethoven und Nietzsche. In ihren Wipfeln rauscht die Welt, ihre Wurzeln ruhen im Unendlichen; allein sie verlieren sich nicht darin, sondern erstreben mit aller Kraft ihres Lebens nur das Eine; ihr eigenes, in ihnen wohnendes Gesetz zu erfüllen, ihre Gestalt auszubauen, sich selbst darzustellen. Nichts ist heiliger, vorbildlicher als ein schöner Baum. (…) Bäume sind Heiligtümer. Wer mit ihnen zu sprechen, wer ihnen zuzuhören weiß, der erfährt die Wahrheit. Sie predigen nicht Lehren und Rezepte, sie predigen um das Einzelne unbekümmert, das Urgesetz des Lebens.
Ein Baum spricht: In mir ist ein Kern ein Funke, ein Gedanke verborgen, ich bin Leben vom ewigen Leben.
Einmalig ist der Versuch und Wurf, den die ewige Mutter mit mir gewagt hat, einmalig ist meine Gestalt und das Geäder meiner Haut, einmalig das kleinste Blätterspiel meines Wipfels und die kleinste Narbe meiner Rinde. Mein Amt ist, im ausgeprägten Einmaligen das Ewige zu gestalten und zu zeigen.
Ein Baum spricht: Meine Kraft ist das Vertrauen. Ich weiß nichts von meinen Vätern, ich weiß nichts von den tausend Kindern, die in jedem Jahr aus mir entstehen. Ich lebe das Geheimnis meines Samens zu Ende, nichts anderes ist meine Sorge.(…)
Wenn wir traurig sind und das Leben nicht mehr gut ertragen können, dann kann ein Baum zu uns sprechen. Sei still! Sei still! Sieh mich an! Leben ist nicht leicht, Leben ist nicht schwer. Das sind Kindergedanken.(…)
So rauscht der Baum am Abend, wenn wir Angst vor unsern eigenen Kindergedanken haben. Bäume haben lange Gedanken, langatmige und ruhige, wie sie ein längeres Leben haben als wir. Sie sind weiser als wir, solange wir nicht auf sie hören. Aber wenn wir gelernt haben, die Bäume anzuhören, dann gewinnt gerade die Kürze und die Schnelligkeit unserer Gedanken eine Freudigkeit ohnegleichen. Wer gelernt hat, Bäumen zuzuhören, begehrt nicht mehr, ein Baum zu sein. Er begehrt nichts zu sein, als was er ist. Das ist Heimat. Das ist Glück.
aus: Hermann Hesse: Bäume

a presto
m

06 Januar 2007

Des Gartens neue Kleider….

Es ist bestimmt nicht schwer zu erraten, wohin ich heute am späten Vormittag, nach einer kleinen Reise in die lebendige Mitte des Lebens meine ersten, wieder ankommenden Schritte lenkte.
Ich öffnete das moosige, feuchte Gartentor, trat in den umgrenzten Raum meines Gartens, der mich wie schon so oft mit seiner unwiderstehlichen Aura umfing. Weder der Regen noch die feuchtkalte Nebelluft konnte mir da noch etwas anhaben.
Wie immer lief ich zuerst in die Mitte des alten Bauerngartens, in sein Herz das von einer hohen Buchsbaumhecke umgeben ist. Ein magischer kleiner Platz in den man sich versenken kann, was den vielen Gartebesuchern der vergangenen 4 Jahre ja gut bekannt ist.
Dann schlenderte ich weiter, vorbei an den Eiben, nach Westen auf die Wiese zu den alten Birnbaumpersönlichkeiten. Plötzlich wusste ich auch warum ich mich bückte und meine Hände über die Wiese streifen ließ, suchend nach den ersten winzigen harten Triebspitzen der „Weißröckchen“
Es ist Anfang Januar, Margit, nicht Anfang März…
Doch der Buchsbaum strahlt in hellem Grün, die Wiese ist saftig und die Rosen haben noch Knospen, ja im Schutze des Gartenhäuschen haben die „Jungfern im Grünen“ zuversichtlich ihr filigranes Laub ausgestreckt.
Das blaue Gartenzimmerchen offerierte dann noch die ersten Pfeilspitzenblätter der Traubenhyazinthen und als ich an der Zaubernuss vorbeistreifte entdeckte ich die ersten Blüten. Was soll ich darüber denken?

Nun ist meine Reisetasche vorerst wieder verstaut, denn wie sagte meine Großmutter: "Am „Heilig Drei König“ ist der Tag einen Hahnenschrei länger. Die gemächliche Winterruhe ist zu Ende..."
Es ist soweit: Die Tage werden wieder länger… zu jedem Tag kommt ein "Hahnenschrei" hinzu.
Dies ist für mich ein Signal, ein Aufruf meine Vorbereitungen, meine Entscheidungen auf ganz unterschiedlichen Ebenen zu treffen. Wege zu beschreiten die sich als gut, als erfüllend oder erfolgreich bewährt haben aber auch neue Wege und Pfade zu betreten, neugierig, und mit überzeugter ( überzeugender…) Konsequenz
Gestern war ich ein wenig bummeln, und ich habe ein ungewöhnliches Kleid probiert…
Dabei dachte ich:
Mein Garten für Elise wünscht sich einige neue Gewänder.

Die bunte Vielfalt der Stoffe liegt hier vor mir ausgebreitet wie eine Offenbarung. Da sind die feinen Tuche, aus Träumen gewoben, kühlendes Leinen das nach Erde und Wurzeln duftet, kostbare Brokate aus Italien und Frankreich und der purpurrote und schwarze Samt den ich besonders liebe.
Natürlich hat Elisens Garten auch einige Lieblingsstücke die wie eine zweite Haut passen und immer mehr Aura besitzen je mehr Patina sie ziert.
Dann sind da auch die Accesoirs, die wertvollen Edelsteine und die silberhellen Kettchen,und sagenumwobene Amulette die man nicht so einfach ablegen möchte.
Die neuen Kleider des Gartens sollen seine Schönheit und Anmut unterstreichen, ihm noch mehr Ausstrahlung und Magie verleihen, das dunkle Geheimnisvolle mit dem Kristallklaren verbinden.
Es sind meine eigenen Gewänder die ich im Jahr 2007 tragen möchte.
Nun gilt es anzumessen, auszuwählen und zusammen- zu- nähen. Da gilt es ein klein wenig zu ändern, die verlockenden Farben und Stoffe ans Vorhandene anzupassen..oder gänzlich Anderes zu entwerfen.
Um das Beste, das Schönste das Außergewöhnlichste zu finden muss ich in mich hineinspüren, hören was meine Intuition mir da zuflüstert. Denn meine Kleider sollen eng anliegen, die Konturen betonen unverwechselbar zu mir passen.

Die alte Adler-Nähmaschine steht bereit…die Fäden sind gezogen, die Spule liegt im Schiffchen….
*************************
Jetzt, sogleich, sobald ich ganz genüsslich den Tee ausgetrunken habe, der mir bei diesem Tagebucheintrag schmeckte beginnt diese wundervolle kreative Arbeit, die schöpferischen Januarwochen.
„Nichts geschieht, ohne dass ein Traum vorausgeht“

In diesem Augenblick... fängt die Zukunft an, das Erwachen.

Alles Liebe

a presto
m

a p
m